Gedanken-Radio hören

Wenn man aus irgendwelchen Problemen sich kein Gedanken-Kino vorstellen will, kann man sich auch ein Radio vorstellen. Beim Radio hat man den Vorteil, dass man keine Bilder sieht, sondern nur Akkustisches. Wenn die eigenen Halluzinationen nur aus Tönen bestehen und nicht aus Bildern, ist es sicherheitshalber besser, wenn Sie sich ein Gedanken-Radio vorstellen, in das sie wieder einmal eingewählt sind. Denn Sie wollen ja keine Bilder sehen, sondern nur das was eh schon da ist – Töne.
Wichtig sind wieder die anderen Radiohörer, die auch in ihren Kanal eingewählt sind. Vielleicht treffen Sie auch ab und zu jemanden, der denselben Radio hört und können darüber sprechen. Es ist immer entscheidend, dass Sie nicht alleine bleiben. Deshalb hören Sie ja auch Radio. Ist der Radiosender schlecht, können Sie auf einen anderen Kanal wechseln, und hoffen, dass dort interessanter und besser gesprochen wird. Vielleicht haben Sie auch einen Lieblingssender. Ist ein Radiosender besonders wichtig und will er sich aufschwatzen, muss man auch einmal „genug“ sagen können.
Natürlich kann es sein, dass Sie etwas unbedingt hören sollten. Doch dann wird dies auf allen Sendern gebracht, das ist einfach normal. Was wichtig ist, hört man überall. Sie sollten nicht nur mit anderen Radiohörern sprechen, sonden auch mit GedankenKino-Menschen. Es geht nicht darum, dass sich irgendetwas ändert, sondern, dass man versteht. Etwas verstehen kann man nur, wenn man nicht alleine bleibt und spricht. Und vielleicht hat der einte Typ im Radio nicht sehr viel Freude daran, wenn man ihm zuhört, doch er ist selbst schuld, wenn er im Radio auftritt.
Auch wenn andere sehen, wie fies ein Typ im Radio ist, dann ist er selber schuld. Und Sie wollen nun einmal lieber Radio hören, als alleine mit ihren Gedanken bleiben. Wenn jemand unsozial wird und uns auf die Nerven geht, dann wird das Konsequenzen haben. Man wird mit dieser mühsamen Stimme sich nicht mehr so gerne abgeben. Hass schadet eben auch sich selbst. Hass zu sehen schadet auch sich selbst. Und beim Radio ist das Gute, dass alle es gehört haben und jeder genau weiss, was sich abgewickelt hat.

Vergessen ist vergessen

Beim Vergessen geht es manchmal darum, etwas nicht ständig hervorzuholen. Natürlich kann es sein, dass man etwas hervorholen muss, doch nur aus dem Grund, damit ein Problem behoben werden kann. Wenn wir zum Beispiel negativ reagieren, wenn man bei uns auf bestimmte Knöpfe drückt, dann haben wir selbst ein Problem. Beim Vergessen ist vergessen geht es nicht um diese Knöpfe, sondern darum, dass wenn eine Schuld erlassen ist, dass wir diese nicht mehr hervorholen. Wenn wir sie hervorholen, dann als Beispiel, wie eine Schuld vergeben werden kann. Doch eigentlich sollten wir fähig sein, gewisse Dinge auch ruhen zu lassen. Uns Zeit geben, nicht alles hervorzuholen, kann entlastend sein.
Wenn wir merken, dass ein bestimmtes Thema schon genügend bearbeitet wurde, wieso sollten wir uns noch tiefer hineinknien. Meist ist es ja so, dass ein Problem dann behoben ist, wenn es einfach gelöst werden kann und somit schnell gelöst ist. Vergessen ist vergessen, bedeutet eben gerade, das ruhen zu lassen, damit man es noch einfacher ausformulieren und verstehen kann. Wir vergessen etwas nicht deswegen, damit es nicht mehr ans Licht kommt, sondern weil es schon genügend lange am Licht war. Wenn wir genau wissen, was da ist, muss man logischerweise auch nicht mehr ständig darüber reden.
So ist es zum Beispiel mit Trump. Wir kennen seine Probleme und es zeugt von Unfähigkeit, das Problem einmal sein zu lassen, wenn wir es ständig ans Licht bringen müssen. Wir wollen ja auch bei uns selbst nicht, dass man ständig unsere Kindersünden hervorholt, wieso müssen wir sie dann bei anderen Menschen hervorholen? Das Beste wäre natürlich, wenn jemand frei Haus zu seinen Kindersünden steht und das wollen wir erreichen. So müssten die Menschen auch freiwillig Geld spenden, ohne dass wir sie darauf hinweisen, doch leider tun sie es selten. So müssten die Menschen selbstständig ihre bösen Taten bereuen, ohne dass wir ständig auf sie hinweisen.
Vergessen ist vergessen, ist also mehr bei anderen anzuwenden und weniger bei sich selbst. Wollen wir selbst, Vergebung für unsere Schulden erlangen, dann sollten wir sie selbst bereuen und aufdecken, dann ist Gott treu und er vergibt uns. Man könnte sagen, mit dem Vergessen ist vergessen, zeigt man darauf, dass die Menschen selbst zu ihren Fehlern stehen sollten. Natürlich ist kein Mensch schuldfrei, weshalb es entsprechend unnötig ist, auf diese Schuld zu zeigen.
Vergessen ist vergessen ermöglicht ein normales Diskutieren und Leben, ein geniessen des Momentes in der Zukunft, ab dem unsere Schuld vergeben ist, weil wir sie bereuten und gestanden haben. Es geht darum, den heilen Moment schon im Voraus spüren zu können und das geht nicht, wenn man ständig auf unsere Schuld zeigt. Doch natürlich sollte es uns auch klar sein, dass man normalerweise auf unsere Schuld zeigen wird und diese Schuld nicht weniger wiegen würde, wenn man nicht auf sie zeigt. Die Schuld wird sogar grösser, wenn niemand auf sie zeigt, weil wir dann weniger verstehen, dass es eine Schuld ist.
Vergessen ist vergessen geht auch davon aus, dass wir mit Menschen zu tun haben, die ab und zu an ihre Schuld erinnert werden wollen, aber sicherlich nicht ständig und von jedem. Und natürlich haben wir ein Problem, dass gewisse Menschen ihre Schuld entblösst haben und zu ihr stehen, als wäre sie nie am Licht gewesen. Ein gesundes Verständnis, was Schuld ist, würde helfen, Schuld zu verstehen. Doch dieses gesunde Verhältnis, kann nicht entstehen, wenn wir ständig auf diese Schuld zeigen müssen. Wir wissen zudem nie, wer mehr Schuld trägt, als jemand anderes. Das Vergleichen ist in diesem Falle besonders sinnlos, weil es keine Schuld löst oder vergibt. Das heisst, obwohl wir die Schulden vergleichen, die Schuld bleibt. Niemand kommt besser weg, nur weil wir Schulden vergleichen. Doch wir wollen doch besser wegkommen, weshalb wir nichts Böses mehr tun sollten. Dies ist auch eine schwere Entscheidung!

Anderen den Vortritt lassen

Anstelle in einen Wettkampf zu geraten, könnte man sich auch sagen, Ladies first. Zum Beispiel mit den Halluzinationen: „Zeigt mal liebe Halluzinationen, ob ihr es besser könnt“. Meist ist es ja so, dass die Halluzinationen ihren Job sehr mies machen. Oder anstelle mit anderen Menschen sich zu messen, könnte man einfach mal so lange warten, bis man selbst an der Reihe ist. Wenn die Mr. Halluzination uns schon so nerven, wieso ihnen nicht den Vortritt lassen? Es muss ja nicht immer nach meiner Nase lang gehen. Wenn ich mir also anhören kann, was die Halluzination meint, dann liegt darin auch eine gewisse Stärke. Dies würde allerdings fordern, dass wir nüchtern zuhören können. Dies würde auch fordern, dass wir nicht überall unsere eigene Meinung raushängen müssen.
Den Vortritt anderen zu überlassen, bedeutet aber auch, dass die anderen sich zuerst blamieren. Es würde nicht bedeuten, dass wir uns fertig machen lassen, sondern, dass wir wissen, dass man sich eben nicht fertig machen lässt. Den anderen den Vortritt zu lassen, funktioniert also nur dann, wenn wir von den anderen erwarten, konstruktiv zu sein. Können wir die Tipps des anderen nicht umsetzen, dann sind es leider nicht sehr sinnvolle Tipps, sondern nur das Gewöhnliche. Und es ist natürlich so, dass wir, jeder für uns selbst, entscheiden müssen, ob wir die Tipps umsetzen können. Und derjenige, dem wir den Vortritt lassen, muss in jedem Fall einverstanden sein! Fordern darf man alles, aber niemand ist verpflichtet, dies dann auch umzusetzen. Lassen wir ein paar Halluzinationen die Bühne offen, bedeutet dies eben nicht, dass wir folge leisten müssen. Jeder muss für sich selbst entscheiden.
Anderen den Vortritt zu lassen, bedeutet am Ende eben auch, dass wir entspannt bleiben. Etwas zuerst zu tun, bedeutet meist auch nicht, es besser tun zu können, sondern sich selbst so wichtig zu nehmen. Wenn jemand schon sich so wichtig nimmt, dann sollte uns klar sein, dass dieser jemand sich auch bewähren muss, weil sonst alles sinnlos ist, was dieser jemand uns vorschlägt. Niemand ist einfach nur besser, weil er es zuerst tun darf. Vielmehr ist es eine Höflichkeit, wenn man einmal etwas zuerst tun darf. Wir sollten ganz genau hinschauen, dass die Höflichkeit nicht missbraucht wird. Wenn wir jemandem schon den Vortritt gewähren, sollte er auch anständig bleiben. Und natürlich ist klar, dass wir nur tun, was wir selbst wirklich wollen. Nur weil wir einer Halluzination, den Vortritt lassen, bedeutet dies nicht, dass wir so handeln werden, wie sie es uns vorschlägt.
Den Vortritt gewährt man auch, weil man selbst keine Ahnung hat, wie man es richtig tut. Man will sich somit etwas anhören, das einen Anhaltspunkt liefert. Doch wenn sich jemand nach vorne drängt und keinen Anhaltspunkt liefert, dann bleibt alles sinnlos.

Däumchen drehen

Eine Strategie besteht darin, Däumchen zu drehen. Anstelle etwas zu sagen oder zu denken, einfach Däumchen drehen. Dies soll aus der Kettenreaktion rausführen und mehr Pausen bringen. Ich persönlich konnte diesen gut gemeinten Ratschlag nicht umsetzen. Ich wollte einfach reagieren, auch wenn es zum Nachteil führte. Wenn du es aber schaffst, einfach Däumchen zu drehen, dann kann dies eine gute Idee sein.
Wieso schaffte ich es nicht Däumchen zu drehen? Man sagt ja, wovon das Herz voll ist, das spricht er aus dem Mund. Mein Herz war wohl voll, weshalb es aus mir raussprudelte. Ich wollte dies nicht geheim halten. Einige Jahre später, merkte ich, dass das Herz eines jeden Menschen mit anderen Dingen voll ist. Für eine Kollegin waren ihre Enkelkinder wichtig. Anderen ist es wichtig, was sie im Computer erschaffen haben. Wieder andere wollen einfach sein. Ich musste realisieren, dass meine Gedanken bei weitem nicht so interessant für andere sind, wie sie für mich selbst sind.
Däumchen zu drehen, bedeutet auch, zuhören zu wollen und von sich selbst weg zu kommen. Es ist nötig, andere Menschen anzuhören, damit man überhaupt versteht, was diese benötigen. Zuhören und Däumchen drehen, kann uns also ganz neue Welten aufgehen lassen. Wenn es für uns möglich wird, zu schweigen und zu hören, werden wir interessanter für andere, wodurch wir die Erlaubnis bekommen werden, frei von uns zu sprechen. Dann fordert man plötzlich von uns, zu sprechen, weil wir Däumchen drehen. Dann muss man uns zuhören, weil man es so wollte.

keine Kettenreaktion

Eines Tages wurde mir klar, dass sich meine Schizophrenie in Kettenreaktionen äusserte. Das heisst, ich dachte etwas, dann kam eine automatische Reaktion, auf die ich wieder reagiert, worauf wieder eine automatische Reaktion kam. Das Ganze setzte sich so lange fort, bis ich in der Psychiatrie gelandet bin. Alles, weil ich unbedingt handeln wollte, weil ich glaubte etwas zu sagen zu haben. Weil ich mir Gedanken machte. Mir wurde klar, dass diese Trips irgendwie unterbrochen werden mussten.
Das Ziel war fortan nur noch, „keine Kettenreaktion“. Dies geschieht dadurch, dass weniger Handlungsbedarf entstand und auch weniger Denkbedarf. Ich musste nicht mehr zu allem meinen Senf dazugeben, sondern konnte auch einmal den Anderen den Vortritt lassen. Ich lernte irgendwann das System „Ertragen“ kennen. Ich verstand, dass es zwei Dinge gab: reagieren oder agieren. Reagieren bedeutet aufgrund von anderen zu handeln. Agieren bedeutet selbst festzulegen auf was es darauf ankommt. Irgendwann war mir auch klar, dass es nicht darauf ankommt, „festzulegen“ auf was es darauf ankommt. Sondern es geht darum, zu erkennen, worauf es ankommt. Es geht also um die ewigen Dinge, die für immer gleich bleiben und auf die es also darauf ankommt. Es folgt einem bestimmten System, wenn es darum geht, auf was es darauf ankommt.
Kettenreaktionen sind äusserst gefährlich und sinnlos, vorallem wenn sie negativ sind und man selbst nicht weiss, worauf es hinausläuft. Kettenreaktionen zu unterbinden, gelingt also durch verschiedene Dinge. Das Eine ist es eben, zu wissen worauf es ankommt, das kennen der Wahrheit. Das andere ist es, was die Konsequenzen der Wahrheit sind. Verstehen wir, was bleibenden Wertes ist worauf diese bleibenden Werte hinweisen, müssen wir nicht mehr handeln, sondern können einfach freiwillig tun, was uns gefällt. Kettenreaktionen gibt es nur, weil wir aus irgendwelchen unnötigen Gründen unzufrieden sind. Es ist äusserst müssig, dass wir unzufrieden sind. Wir sollten doch lernen, wie wir uns nur mit der Liebe zufriedengeben. Der Liebe meine ich, brüderliche oder freundschaftliche Liebe. Es geht um echte Freude, die sich nicht negativ auswirkt, sondern mir noch mehr Zeit zu handeln gibt. Es geht darum, wie wir uns Zeit lassen können.
Wie können wir aus der Ruhe heraus handeln, ohne dass wir gierig werden, sodass es in einer Kettenreaktion endet? Wie können wir uns darüber klar sein, dass wir zwar sterben können, doch trotzdem deshalb nicht unüberlegt handeln? Wie können wir überlegt handeln, ohne uns zu viel aufzubürden? Wie können wir voraussagen, was es uns kosten wird? Wir sollten dringend verstehen lernen, worauf etwas hinausführt und es nur dann tun, wenn es etwas Gutes ist, das uns alle Zeit der Welt lässt. Geht es nur um den Selbstzweck, dann ist es definitiv sinnlos und kann getrost vergessen werden. Geht es aber um mehr, als nur etwas, ist es kein Selbstzweck mehr.

Wenn ein Schizophrener gesund wird

Das Gesundwerden eines Schizophrenen ist mit vielen starken Emotionen verbunden. Der Umgang mit diesen Emotionen ist entscheidend. Es kann sein, dass wir weniger Schlaf finden und der Tagesrythmus droht durcheinander zu geraten. Deshalb ist es wichtig, dass wir nach 20:00 bis 4:00 morgens nichts essen, damit der Körper weiss, dass auch der Magen seine Ruhepause verdient hat. Wenn wir hungern wollen, dann zwischen 20:00 und 4:00. Dann am nächsten Tag ist es wichtig, dass wir den ganzen Tag wach bleiben. Deshalb sollten wir den Körper Gassi führen, wenn wir müde sind. Denn sieht der Körper, dass es hell ist draussen, hat er auch keine Lust mehr zu schlafen. Allerdings sollten wir nicht zu lange spazieren gehen und auch nicht zu kurz. Für mich ist eine Stunde gerade so optimal. Wir sollten auch nicht vorzeitig spazieren gehen, sondern im letzten Moment. Das heisst, kurz bevor wir uns ins Bett zum Schlafen legen, müssen wir den Körper Gassi führen und ihm zeigen, dass es hell ist draussen. Vermutlich müsste ich das Gassi führen noch genauer beschreiben, dass man nichts dabei falsch machen kann. Man muss eben auf die kleinsten Dinge achten.

Beim Schlafen ist es auch wichtig, dass wir mit Freuden schlafen. Freuen wir uns nicht wegen dem Schlaf, kann der Schlaf auch schlechter werden und so können sich schizophrene Symptome zeigen, was auch zu einem Ausbruch der Krankheit führen kann. Alles nur deshalb, weil man so viele Emotionen hat. Allerdings, obwohl wir uns freuen sollten, wegen dem Schlafen, sollten wir erst dann ins Bett gehen, wenn wir auch wirklich müde sind. Es bringt nichts stunden lang im Bett zu liegen, weil wir uns freuen zu schlafen. Vor allem, wenn wir mühe haben ruhig im Bett zu liegen, ist es besser, wenn wir aufstehen. Können wir, obwohl wir nicht müde sind, im Bett ruhig liegen, dann könnten wir auch einschlafen. Desto mehr Gedanken kommen, umso dümmer, wenn man ins Bett liegt.

Gesundheit ist für den Schizophrenen besonders erstrebenswert und löst also auch besonders viel aus. Er könnte bald seine Medikamente reduzieren, oder wäre zu anderen Dingen fähig, die er vorher nicht auf die Reihe gekriegt hat. Deshalb ausruhen und sich freuen über den Film deines Lebens.

annehmen

Das Annehmen ist ähnlich wie das Akzeptieren, hat aber noch einen anderen Aspekt. Um etwas durchdenken zu können, muss man es annehmen. Das heisst, damit ich von etwas ausgehen kann, muss ich es annehmen. „Ich nehme an, du meinst dies und das?“. Etwas anzunehmen, bedeutet auch fähig werden es zu verstehen. Im Kampf ist es auch wichtig, zu spionieren. Durch das Annehmen spionieren wir auf eine Art. Hätten wir es nicht agenommen, könnten wir darüber nicht nachdenken und auch keine guten Schlüsse ziehen.

Bei Psychosen und Trips ist genau dieses schlecht durchdenken oft ein Problem. Und durch das Annehmen könnten wir vieles besser lernen zu durchdenken. Wir sollten dann aber konsequent sein und alles annehmen. Das heisst, wir sollten genauso durchdenken, was der Psychiater gemeint hat, wie der beste Freund und auch unser Feind. Ohne es anzunehmen, wollen wir gar nicht tiefer in alles eintauchen, was aber nicht bedeutet, dass wir trotzdem nicht tiefer in etwas eintauchen. Wirklich genug können wir nur von etwas bekommen, in das wir ganz tief abgetaucht sind. Denn ist etwas nicht so schlimm, müssen wir gar nicht davon genug bekommen.

Etwas anzunehmen, kann sowohl bedeuten, dass wir genug davon bekommen, als auch, dass wir gar nicht genug davon bekommen müssen, weil wir es verstehen und seine Konsequenzen auch. Verstehen wir die Konsequenzen und nehmen wir sie an, werden wir das entsprechende nicht mehr tun, aber wir können dann trotzdem darüber diskutieren. So lange man über etwas nicht mehr reden will, könnte man sagen, dass man es noch zu wenig verarbeitet hat. Doch, wenn wir über etwas reden wollen und es nicht verarbeitet haben, ist es auch keine gute Idee. Doch besser, wir reden über etwas, denn wir können auch sagen, dass wir es nicht so genau verstehen und es genauer verstehen wollen.

Der Ertrinkende

Ein Schizophrener schlägt um sich, als wäre er am Ertrinken. Zumindest in den Gedanken geht der Schizophrene voll ab. Kein einziger Gedanke wird ausgelassen und alles ist für ihn wichtig. Wie soll man solch ein Leben führen können? Sollten wir uns nicht vielleicht überlegen, das eine oder andere Mal nicht dreinzuschlagen? Sollten wir nicht schon viel früher erkennen, wann man uns in einen Krieg einziehen will? Der Schizophrene ist so lange am Ertrinken, wie er im Kriegsmodus ist. Hat der Schizophrene aufgehört um sich zu schlagen, fände er vielleicht eine Lösung, wie er schwimmen könnte. Ist es nicht so, dass man sich auf dem Rücken aufs Wasser legen kann und man schwimmt, ohne mit Händen oder Füssen etwas zu tun? Der menschliche Körper würde schwimmen, doch er schwimmt nicht, weil wir wichtigeres zu tun haben, nämlich um uns zu schlagen.

Die grosse Kunst ist es eben, aufhören sich zu prügeln und trotzdem nicht zu kurz kommen. Die grosse Kunst ist, das Leben annehmen und trotzdem nicht aufzugeben. Irgendwie müssen wir die positiven Eigenschaften von Schwimmern uns aneignen, damit wir über Wasser bleiben. Wir sollten auch anerkennen, dass wir selbst nichts erreichen, als nach ein paar warmen Gedanken zu haschen.

sprachlos

Sprachlos zu sein, ist eine spezielle Form des Schweigens. Wir schweigen dann, weil wir nicht wissen, was wir dazu sagen sollen. Wir können sprachlos sein, wenn etwas uns empört oder verärgert. Wir können auch keine Worte mehr finden, wenn es einfach zu weit ging. Sprachlos zu sein, ist auch nichts schlechtes, wenn man es auf die richtige Art und Weise tut. Wir müssen nicht auf alles eine Antwort finden. Sprachlos zu sein, bedeutet auch, es sein zu lassen, wie es ist. Sprachlos zu sein, bedeutet also, es leer zurückkommen zu lassen. Es ist sehr wichtig, dass wir sprachlos sind, damit wir uns nicht wehren und nicht reagieren. Sprachlos zu  sein führt dazu, die Kettenreaktion zu unterbrechen.

Anstatt sich zu schämen, besteht also eine Möglichkeit, dass es uns die Sprache verschlägt. Dadurch wird weitere Kommunikation zum selben Thema völlig überflüssig. Es ist viel besser, sprachlos zu sein, als irgendwie auf die automatischen Gedanken und Halluzinationen zu reagieren. Es braucht zudem eigentlich niemals eine Antwort, ausser etwas erfreut uns extrem. Freuen wollen wir, weshalb wir Freude weitergeben sollten. Ist etwas einfach nur schön, dann ist es das falsche, wenn wir die Freude sprachlos unterbinden. Es geht auch beim sprachlos Sein darum, es auf die richtige Art und Weise zu tun, damit es keine negativen Konsequenzen mit sich bringt.

Spamfilter

Die Spam-Filter-Idee war mein Liebling. Es ging um Gedanken, die sich wiederholten und einfach nur nervten. Also dachte ich mir, legst sie einfach in den Spam-Ordner ab. Ich kennzeichnete tausende von Gedanken mit „Spam“. Es war dann klar, was ich damit gemeint habe. Doch leider hat die Spam-Funktion eine Art Ignorier-Funktion, was leider sehr unnützlich ist. Doch so lange man die Spam-Funktion in den Gedanken nicht als ein Ignorieren betrachtet, war sie sehr hilfreich. Der Spamfilter löschte dann auch ähnliche Gedanken raus. Und was am Spam-Filter eben besonders gut ist, dass man jederzeit in den Spam-Ordner oder wie er heisst, gehen kann, um nachzusehen, ob nicht irgendetwas fälschlicher Weise im Spam-Ordner gelandet ist. So lange man sich diesen Spam-Ordner jede Woche einmal ankuckt, ist das Wegwerfen von Nachrichten als Spam keine Ignorierfunktion. Es geht beim Spamfilter eben darum, herauszufinden, was man selbst gerne hören würde und was man auf keinen Fall sich reinziehen will. Man muss also schon eine leise Ahnung haben, was man löschen will. Und wie es bei der Schizophrenie ist, sie ist hartnäckig. Es wird also immer wieder ein paar Gedanken geben, die sich nicht einfach so in den Spam-Ordner verschieben lassen. Doch natürlich gibt es auch für diese Gedanken und Halluzinationen besondere Massnahmen.